Wald- und Forstwirtschaft

Waldbrände
Waldeigentümer haben mit erheblichen Schäden aus Waldbränden zu kämpfen

Waldbrand

Waldbrände in Deutschland, vor allem auf Grund der lang anhaltenden Trockenheit.

Bild: Pixabay

Trockenheit und anhaltende Hitze setzen Wäldern und Waldeigentümern in Deutschland schwer zu. Aktuell tobt ein riesiger Waldbrand südwestlich von Berlin. Das Feuer lodert dort auf einer Fläche von über 400 Hektar.

"Wir haben schon einige große Waldbrände in der Region gehabt. In dieser Dimension, wo es sich zwischen den Ortschaften bewegt, haben wir das noch nicht gehabt", erklärte der Bürgermeister von Treuenbrietzen Michael Knappe.

Waldbrände gibt es in Deutschland immer wieder, allerdings sind sie in dieser Größe eine Ausnahme.

Warnstufe 4 in weiten Teilen Deutschlands

In weiten Teilen Deutschlands gilt in diesen Tagen laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes bereits die Warnstufe 4.

„Die Waldeigentümer haben mittlerweile gravierend mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident vom Verband der Waldeigentümer. „Im Winter haben uns Stürme wie Friederike zugesetzt, im Sommer folgen Waldbrände und Schädlinge, die Waldeigentümer in ihrer Existenz bedrohen.“

Zu Guttenberg forderte, dass die Regierungen in Bund und Ländern angesichts dieser Gefahren ihren Fokus verstärkt auf den Wald und die Forstwirtschaft richten. „Insbesondere der Kleinprivatwald, der über die geringsten Mittel verfügt, braucht Unterstützung sowohl für akute Kalamitäten wie auch für den langfristigen Waldumbau.“ 

Gerade in den letzten Tagen hat die Waldbrandgefahr erheblich zugenommen, da die anhaltende Trockenheit mittlerweile tief in die Böden reicht. So wurden allein in Brandenburg bereits 247 Waldbrände gezählt, fast doppelt so viel wie 2017. Ein großer Teil der Waldbrände sei auf unvorsichtiges Verhalten oder sogar Brandstiftung zurückzuführen.

Während in Teilen von Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt seit Wochen die höchste Waldbrandgefahrenstufe gilt, sind die Wälder u.a. in Bayern und Brandenburg durch Schädlinge flächendeckend gefährdet.

Ökosystem Wald wegen Trockenheit stark geschwächt

Das zweite große Problem sind Schädlinge (z.B. Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner, Kiefernbuschhornblattwespe), deren Verbreitung auf vorangegangene Wetterextreme wie hohe Temperaturen, Trockenheit und Stürme zurückgeht, die zur Schwächung des Ökosystems Wald führen.

So macht z.B. den Wäldern in Bayern aufgrund der verheerenden Sturmschäden im Jahr 2017 der Borkenkäfer besonders zu schaffen: Allein letztes Jahr richtete dieser einen wirtschaftlichen Schaden von rund 100 Millionen Euro an. 

In dieser Notsituation wie auch bei anderen Krisen gibt es in Bayern für die rund 700.000 Waldeigentümer eine vorbildliche Unterstützung durch die Landesregierung und die Bayerischen Staatsforsten.

„Während der Klimawandel gesamtgesellschaftliche Ursachen hat, haben insbesondere die Waldeigentümer mit den Auswirkungen zu kämpfen“, sagte zu Guttenberg, der auch Präsidiumsmitglied im Bayerischen Waldbesitzerverband ist. „Die Unterstützung, wie wir sie in Bayern erfahren, wünschen und fordern wir auch vom Bund und von den anderen Landesregierungen.“

So gab es in Bayern im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro Soforthilfe für sturmgeschädigte Waldeigentümer, im Rahmen eines Waldförderprogramms wurden darüber hinaus jüngst gut 200 Millionen Euro eingestellt, und auch mit dem auf der Interforst 2018 unterzeichneten Waldpakt erhielten die Waldeigentümer kräftigen Rückenwind.

„Derartige Unterstützungen sichern die Existenz der Waldeigentümer und damit die Stabilität der Wälder“, sagte zu Guttenberg. „Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen wir mit entsprechenden Maßnahmen vorsorgen, damit wir Notsituationen in unseren Wäldern abwehren können.“