Wald- und Forstwirtschaft

Waldschadenbilanz kaum absehbar
Borkenkäferplage - Waldschutz hat oberste Priorität

Waldarbeiter

Förster Peter Sondermann zeigt Borkenkäferlarven unter der Rinde.

Bild: WLV

Waldbauern informieren über Situation im heimischen Forst: Vermehrt Waldarbeiten in den kommenden Monaten. Der Wald kann sich nicht mehr wehren, Borkenkäfer setzen den geschwächten Bäumen nach dem trockenen Sommer zu.

„Oberste Priorität hat jetzt der Schutz der gesunden Bäume im Wald – alle vom Käfer befallenen Bäume müssen schnellstens raus“ – Ferdinand Funke, Vorsitzender der Bezirksgruppe Olpe im Waldbauernverband NRW, kann das gesamte Ausmaß der Verluste im Wald noch nicht abschätzen.

Die Verluste schätzt er ähnlich, wie bei dem Sturm „Kyrill“ 2007. Und er ist sicher, dass „die Waldbauern diesen Schaden nicht alleine stemmen werden können.“ Über die überaus angespannte Situation in den Nutzwäldern informierten Waldbauern und Förster jetzt im Wald nahe Oberveischede.

Privatförster Peter Sondermann zeigt bei der Besichtigung im Wald in der Forstbetriebsgemeinschaft Kirchveischede den massiven Käferbefall der Bäume: „Eigentlich ist der Borkenkäfer ein Sekundärschädling, der kranke oder tote Bäume befällt. Aber in diesem trockenen Jahr findet er so ideale Bedingungen selbst in gesunden Bäumen vor, dass wir es bereits mit der dritten Generation in einem Sommer zu tun haben.“

Da die Bäume kein Harz ausbilden könnten, seien sie dem Käfer schutzlos ausgeliefert. Sondermann zeichnet täglich überall Bäume an, die dringend aus dem Wald geholt werden müssen.

Sondermann: „Substanzerhalt ist das Gebot der Stunde. Es gilt zu verhindern, dass die Borkenkäfer zur Überwinterung in den Boden gelangen und dann im nächsten Frühjahr erneut Stehendbefall hervorrufen. Dies ist witterungsabhängig bis Mitte Oktober möglich. Deshalb gilt es in den nächsten Wochen mit allen verfügbaren Kräften die befallenen Fichten schnellstmöglich aufzuarbeiten.“

Klaus Zocher, zuständig für die Holzvermarktung bei der privaten Holzvermarktungsfirma „WaldHolzSauerland GmbH“, ist sicher, dass selbstverständlich bei dem massiven Holzangebot die Preise sinken.

Aber er mag gar nicht hauptsächlich über Holzpreise sprechen. Priorität habe die Abholung der Stämme. „Ende Juli, Anfang August ist der Fachwelt bewusst geworden, welche Mengen an Rundholz auf den Markt kommen. Diese Holzmenge wird nicht verarbeitet werden können, und das, obwohl wir im Sauerland eine gut aufgestellte Säge- und Verarbeitungskapazität haben.“

Auch Lagerstätten würden nicht helfen. Das Käferholz müsse schnell verarbeitet werden, könne nicht länger als ein bis höchstens zwei Monate gelagert werden, so Zocher.

Waldbesitzer Josef Heer fällt gerade einen Baum nach dem anderen in Kirchveischede. Ihn sorgt mehr die nicht absehbare Entwicklung: „Beim Sturm Kyrill konnten wir sehen, was umgefallen war. Hier entwickelt sich leise, teils kaum sichtbar, eine allmähliche Zerstörung, deren Ausmaß vielleicht frühestens im März zu erkennen ist.“

Quelle: WLV