Tierhaltung

ASP-Seuche rückt verdammt nah
60 Kilometer von uns entfernt: Erster Fall von Afrikanischer Schweinepest in Belgien

Wildschwein

Die ASP Schweinepest kann daher durch den Menschen verschleppt werden, insbesondere dann, wenn Erzeugnisse von infizierten Haus- oder Wildschweinen unachtsam entsorgt werden.

Bild: Gischott / pixelio.de

Horrormeldung aus Belgien: Bei toten Wildschweinen wurde die Afrikanische Schweinepest festgestellt. Damit ist die Krankheit jetzt auch in Westeuropa aufgetaucht.

Gestern wurde bei tot aufgefundenen Wildschweinen in Belgien im Dreiländereck Frankreich, Luxemburg, Belgien etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, ASP festgestellt. Klöckner: „Ich nehme die Situation ernst – aber wir sind gut vorbereitet.”

Bisher gibt es noch keinen Fall in Deutschland, aber der Seuchenfund in Belgien - nur eine halbe Autostunde zur deutschen Grenze entfernt - lässt die Alarmglocken höher schlagen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft steht in ständigem Austausch mit den belgischen Behörden und der EU-Kommission, heißt es aus dem Ministerium.

„Die neue Situation nehme ich sehr ernst. Die Afrikanische Schweinepest stellt seit längerem auch für Deutschland eine Bedrohung dar und unsere Vorbereitung für den Krisenfall laufen," kommentiert Landwirtschaftministerin Julia Klöckner die aktuelle Lage.

"Wir haben es nun mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun", sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Die Landwirtschaft in Niedersachsen wäre von einer Seuche stark betroffen. In Niedersachsen werden fast ein Drittel aller Schweine in Deutschland gehalten. 

Experten schätzen das Risiko einer Einschleppung in weitere Länder der Europäischen Union als hoch ein. „Wir sehen die Entwicklung mit ernsthafter Sorge“, sagt Dr. Johann Ertl, Referent für Tierhaltung beim Bayerischen Bauernverband.

„Mit dem weiteren Vordringen der für Menschen unschädlichen, allerdings für Wild- und Hausschweine hoch ansteckenden und meist tödlichen Seuche nach Westeuropa, ist die Gefahr für die heimischen Schweinebestände noch einmal greifbarer geworden. Gegen das von Wildschweinen und über Lebensmittel auf Schweine übertragbare Virus gibt es keinen wirksamen Impfstoff. Bei einem Ausbruch der Schweinepest in einem Schweinebestand müssen alle Tiere des Betriebes und gegebenenfalls des Umfeldes getötet werden“, so Ertl.

Auf strikte Hygienemaßnahmen in den Ställen achten

„Die Schweinehalter in Deutschland sind alarmiert und äußerst besorgt," sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. "Für Menschen und andere Tiere ist dieses Virus grundsätzlich keine Gefahr, trotzdem müssen wir jetzt noch mehr auf konsequente Hygienemaßnahmen in unseren Betrieben achten, um unsere Bestände zu schützen.“

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist ebenfalls auf die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in den Schweine haltenden Betrieben hin und insoweit auf die Vorgaben der Schweinehaltungshygieneverordnung.

Zudem werden die Jagdausübungsberechtigten aufgefordert, verendet aufgefundene Wildschweine den jeweils zuständigen Behörde anzuzeigen, um eine entsprechende Untersuchung sicherzustellen.