Landtechnik

Digitalisierung
Smart Farming ist nicht aufzuhalten - Netzabdeckung ist das Problem

Traktorist zeigt die Digitaltechnik im Betrieb

Mit dem automatisierten Lenksystem für Traktor und Maschine kann zentimetergenau gesät, gedüngt, bewässert oder gespritzt werden.

Bild: Landvolk Niedersachsen

Funklöcher sind im ländlichen Raum leider an der Tagesordnung. Der Mangel an fehlender Netzabdeckung ist nach jüngsten Meldungen noch größer als bisher angenommen.

In der Wirtschaft und damit auch in der Landwirtschaft verursacht die schlechte oder gar fehlende Internetabdeckung Schwierigkeiten. Sie kann den ländlichen Raum sogar abhängen. Damit dies nicht geschieht, muss die Politik erhebliche Anstrengungen vornehmen. Die Digitalisierung und damit der beschleunigte Ausbau müssen schnellstens vorangebracht werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner will zukünftig über ein Bundesprogramm Geld hierfür zur Verfügung stellen, „um die Vorteile der Digitalisierung im gesamten Spektrum der Landwirtschaft zu nutzen – vom Acker bis zur Cloud“, wie sie auf dem Treffen der Verbände zum Thema Digitalisierung erklärte.

Das Raumfahrtunternehmen Telespazio VEGA Deutschland entwickelte innerhalb des im Juni abgeschlossenen Demo-Projektes „agriloc“ ein Modem, das Daten sowohl über Mobilfunk als auch über Satellit senden und empfangen kann, um die schwache oder fehlende Internetabdeckung im ländlichen Raum zu überbrücken. Satellitennavigation und hochpräzise Korrekturdaten sind hier der Schlüssel.

Dieses hybride Modem soll zukünftig fest in landwirtschaftliche Fahrzeuge eingebaut, bzw. sollen ältere Fahrzeuge damit nachgerüstet werden, um Präzisionslandwirtschaft betreiben zu können. An einer höchst genauen, automatisierten und nahezu autonomen Positioniertechnik forscht zudem Landmaschinenhersteller John Deere.

Mit dem automatisierten Lenksystem für Traktor und Maschine kann zentimetergenau gesät, gedüngt, bewässert oder gespritzt werden. Das spart Zeit, Produktionskosten und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Für beide Prototypen entwickelte die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) neue Testverfahren, deren Ergebnisse den Landwirten im Internet hier zur Verfügung gestellt werden.

Nur aufgrund der Förderung durch die Europäische Raumfahrtagentur und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt konnten diese Technologin mit „agriloc“ entwickelt und zur Produktion gebracht werden. Das DLG-Testzentrum ist führender Prüf- und Zertifizierungsdienstleister für unabhängige Technik-Tests.

Heute, am 27. Juli ab 21.15 Uhr gibt das NDR Fernsehen mit „Smarte Bauern – wer ernten will, muss optimieren“ einen Einblick in das große Feld des „smart farmings“.

Quelle: Landvolk Niedersachsen