Pflanzenbau

Missernte auch beim Mais
Maisernte macht wenig Hoffnung - retten was zu retten ist lautet die Devise

Mais häckseln

Bei der Maisernte heißt es "retten was zu retten ist".

Bild: Pixabay

Deutlich früher, deutlich weniger: Sechs Wochen früher als in normalen Jahren rollten Ende Juli bereits die ersten Maishäcksler. Die Erträge sind regional sehr unterschiedlich und reichen von dürftig bis zum Totalausfall.

Trockenschäden in Maisbeständen sind im Dürrejahr 2018 keine Seltenheit und vielerorts mit bloßem Auge erkennbar, berichtet Paul-Christian Küskens vom Rheinländischen Landwirtschaftverband. „Dürregeschädigter Mais reift in der Regel schneller ab, was sich deutlich am Absterben der unteren Blätter erkennen lässt.“

Ein Nährstofftransport in den Kolben konnte kaum stattfinden, wodurch nur sehr kleine bis gar keine Kolben gebildet wurden. In der Folge sinkt der Futterwert des Bestandes und je länger die Pflanzen auf dem Feld verbleiben, desto schneller „verstrohen“ sie, verlieren an Qualität und können nur noch schwer konserviert werden.

Für die Landwirte ein großes Problem – sie benötigen den Mais als Futtergrundlage für den Winter. „Vor allem viehhaltende Betriebe benötigen daher im Moment starke Nerven und eine glückliche Hand bei der Sicherung ihrer Futtervorräte. Sie kämpfen nicht nur mit Mindermenge und -qualität, sondern müssen auch bei der Wahl des richtigen Erntezeitpunktes in diesem Jahr besonders auf ihr Fachwissen zurückgreifen“, erklärt Küskens.

Der Bocholter Gerold Böggering ist Vorsitzender im Milchausschuss des Kreisverbandes Borken und berichtet von sorgenvollen Gesprächen mit Berufskollegen: „Viele wissen noch nicht, wie sie die Versorgung ihrer Tiere für den Winter gewährleisten können.“

Für Landwirte sei es in diesem Jahr besonders schwer, den optimalen Erntezeitpunkt zu ermitteln. Selbst auf demselben Acker sind die Maispflanzen häufig sehr unterschiedlich entwickelt. Hintergrund sind neben der anhaltenden Trockenheit auch die unterschiedlichen Bodenverhältnisse. Auf sandigen Flächen hatte es der Mais besonders schwer, da der Boden das Wasser sehr schlecht halten kann.

„Feuchtere Ecken auf Ackerflächen waren in diesem Jahr sogar ein Vorteil für manche Landwirte“, weiß Böggering: „Da, wo die Bodenbeschaffenheit die Pflanzen in normalen Jahren hier schon mal absaufen lässt, hat sich der Mais in diesem Jahr noch einigermaßen entwickeln können.“

Die wirtschaftlichen Auswirkungen für die hiesige Landwirtschaft sind immens, vor allem für die milchviehhaltenden Betriebe.