Obst-Gemüse-Weinbau

Apfelernte auf Hof Möhr
Große Vielfalt an alten Apfelsorten auf der Streuobstwiese der Naturschutzakademie

Streuobstwiese

Streuobstwiese

Bild: Pixabay

Der Herbst ist Erntezeit - auch auf der Streuobstwiese von Hof Möhr, dem Stammsitz der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz. Die Bäume trugen schwer an ihrer diesjährigen Last, denn der heiße Sommer hatte für viele gesunde Äpfel gesorgt.

Mit Hilfe von Leitern, Schubkarren und vielen Apfelkörben wurde jetzt Abhilfe geschaffen: Farina Stukke, Praktikantin im Bildungsbereich der Naturschutzakademie, und Finn Dietrich, Schulpraktikant, übernahmen den Einsatz.

Der eine am Fuß der Leiter – die andere im Baumwipfel: Am Ende eines Tages kamen 30 Kisten mit Äpfeln der verschiedensten, älteren Sorten zusammen. Bei all den unterschiedlichen Apfelsorten blieb eine „Direkt-Verkostung“ nicht aus.

Der dicht behangene „Uelzener Rambour“ wurde zur neuen Lieblingssorte erkoren: „Frischer, aromatischer Geschmack, in Verbindung mit einem knackigen Biss – da geht wenig drüber!“ meint Farina Stukke. Und ergänzt: „Ähnlich lecker ist die ‚Coulons Renette‘. Optisch erinnert die Frucht an den bekannten „Boskoop“. Sie schmeckt super knackig und bringt eine würzige Note mit.

Zwei weitere Bäume fallen auf der Streuobstwiese der Akademie ins Auge: Der „Purpurrote Cousinot“ macht seinem Namen alle Ehre - er wurde früher oft als Weihnachtsschmuck verwendet. Seine kleinen knackigen und knallroten Äpfel sind schon von weitem ein „Hingucker“ auf der Möhrer Streuobstwiese.

Ihr helles Fruchtfleisch hat einen klaren, saftigen Geschmack. Und der „Grahams Jubiläumsapfel“ beeindruckt mit der Größe seiner Früchte. Sie haben die Größe von zwei aneinander gehaltenen Fäusten und sind von gelber Farbe. Wegen seines weichen, an Vanille erinnernden, feinen Geschmacks wird er meist als Kuchenapfel verwendet.

Aber nicht nur die Mitarbeiter der Akademie und die Teilnehmer der Seminare profitieren von den Früchten, bis zu 3.000 Tier- und Pflanzenarten leben auf Streuobstwiesen. Je älter die Bäume desto mehr Arten profitieren von Höhlen und Rissen in den Bäumen und den artenreichen Wiesen.

Außerdem wird durch den Erhalt der alten Apfelsorten eine Erinnerung an frühere, vielfältigere Sorten im Apfelanbau bewahrt.

Ziel der Erhaltung alter Obstsorten ist aber nicht nur die Bewahrung der Erinnerung, sondern gerade auch die Erhaltung der genetischen Vielfalt. Menschen, insbesondere Allergiker, profitieren hiervon: Viele alte Sorten werden, im Gegensatz zu den gängigen Sorten im Handel, von Allergikern vertragen.

Die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz hat sich schon sehr früh für die Erhaltung der Obstwiese und der Sortenvielfalt eingesetzt. Anfang der 1990er Jahre wurde im Rahmen eines Projektes der alte Baumbestand durch Neuanpflanzungen ergänzt.

Dabei wurden auch regionale - bisher unbekannte - Sorten wie der „Wohlschmeckende aus Bispingen/Hützel“ oder der „Beekenrader Wohrappel“, gepflanzt.

Quelle: Alfred Toepfer - Akademie für Naturschutz