Obst-Gemüse-Weinbau

Apfelernte beginnt
Es gibt wieder Äpfel: leckere Frühsorten sind auf den Wochenmärkten schon zu haben

Äpfel Baum

Frisch vom Baum schmecken Äpfel nochmal so gut.

Bild: Sabine Weis / RLV

Sie tragen klangvolle Namen: Jamba, Sunrise, Discovery oder Collina. Doch fast niemand kennt sie. Dabei haben Frühäpfel einiges zu bieten. Übrigens prognostizieren niedersächsische Obstbauern eine durchschnittlich gute Apfelernte.

Da die frühen Apfelsorten nur für kurze Zeit gelagert werden können, können die Verbraucher die saftigen und erfrischenden Apfelsorten in der Regel nur auf dem Wochenmarkt, im Obstfachgeschäft oder direkt beim Erzeuger einkaufen. Im Lebensmitteleinzelhandel sucht man sie meist vergebens.

Viele Verbraucher kennen noch aus der Kindheit den „Weißen Klarapfel“, der Ende Juli Anfang August hell leuchtend auf den Obstbäumen heranreifte. Diese Apfelsorte, die vornehmlich zu Apfelmus verarbeitet wurde, spielt aber heute keine Rolle mehr.

Die moderneren Frühsorten sind etwas weniger sauer und haben dafür mehr Apfelgeschmack. Besonders beliebt ist die Sorte „Delbarestivale“, die geschmacklich den mittelfrühen Apfelsorten Elstar und Gala ähnelt. Die Ernte von Delbarestivale beginnt in diesen Tagen.

Viele Verbraucher haben in den letzten Wochen und Monaten auf Äpfel verzichten müssen, weil die Ernte des Jahres 2017 durch die Fröste während der Obstblüte nur gering ausfiel. Jetzt geht es also wieder los mit knackigen Äpfeln, die gerade an heißen Tagen eine ideale Erfrischung sind. Nebenbei sind Äpfel kalorienarm und enthalten eine große Zahl an Vitaminen und Mineralstoffen.

Frühäpfel sollten nicht länger als eine Woche aufgehoben werden, da sie schnell mehlig werden. Sie werden am besten in einem Folienbeutel im Kühlschrank gelagert.

Nach dem verkorksten Erntejahr 2017 darf man sich jetzt auf eine gute Ernte freuen

„Offizielle Zahlen gibt es noch nicht. Doch es wirkt sich extrem auf die Erntemenge aus, ob der Apfel fünf Millimeter kleiner oder größer ist. Aufgrund der Trockenheit werden die Äpfel dieses Jahr etwas kleiner sein“, erklärt Ulrich Buchterkirch von der Fachgruppe Obstbau des Landvolks Niedersachsen und ist damit zufrieden, wenn die Gesamterntemenge für Deutschland knapp unter einer Million Tonnen liegen wird.

2017 sei ein Ausnahmejahr gewesen. „Die Ernte war dramatisch schlecht, so enttäuschend wie 2017 war noch kein Jahr“, führt Buchterkirch aus. Deutschlandweit hatte sich der langjährige Durchschnittsernteertrag von einer Million Tonnen fast halbiert.

In Niedersachsen rechnet man mit einer durchschnittlich guten Ernte: „Dieses Jahr werden wir die 300.000 t wohl nicht ganz schaffen, sodass es in der Menge eine normale Ernte mit qualitativ guten, schönen und sehr süßen Früchten wird“, schätzt Buchterkirch.

„Jetzt muss Farbe an die Früchte. Große Temperaturunterschiede helfen dem Apfel, rot zu werden. Topp wären 25 Grad am Tag und neun in der Nacht“, erklärt Buchterkirch. Sorge macht ihm die große Ernteprognose für Polen von circa 4,5 Mio. t Äpfel. Diese enorme Menge drücke die Preise.

Buchterkirch hofft, dass der Verbraucher weiterhin auf Qualität und vor allem auch auf Regionalität beim Apfelkauf setzt, damit deutsche Äpfel auf dem Markt weiter eine Chance haben.

Am 25. August wird die Apfelsaison in Niedersachsen bei der Marktgemeinschaft Altes Land in Jork mit einem Tag der offenen Tür von 11 bis 16 Uhr offiziell eröffnet. Während jetzt schon Gravensteiner und andere frühe Sorten gepflückt werden, beginnen die Obstbauern im Alten Land dann die Ernte der sogenannten Lagersorten Elstar und Holsteiner Cox.