Agrarmarkt

Bio-Importanteil
Bioprodukte: Sinkende Importraten tierischer Produkte

Die Anteile eingeführter Biorohstoffe haben sich am Gesamtmarkt bei tierischen Produkten unterschiedlich entwickelt. Mit Ausnahme von Rindfleisch sind die Importanteile der meisten tierischen Produkte gesunken, berichtet oekoland.de.

Allein die deutsche Milchanlieferung 2017 ist um 18 Prozent gewachsen. Aber auch die Nachfrage nach den meisten Milchprodukten hat zweistellige Wachstumsraten hingelegt. Daher ist Deutschland nach wie vor auf Importe von Biomilch- und ökologisch erzeugten Molkereiprodukten angewiesen, auch wenn der Inlandsanteil der Waren steigt.

So ist beispielsweise die Importrate bei Butter 2017 auf 43 Prozent gesunken, und bei Joghurt auf 12 Prozent. Dagegen sind die Importanteile bei Trinkmilch und Milchrahmerzeugnissen um jeweils einen Prozentpunkt gestiegen.

Das hängt im Wesentlichen mit wechselnder Verträgen der Einzelhandelsketten zusammen, die bestimmte Produkte im regelmäßigen Turnus neu ausschreiben und dann unterschiedliche Molkereien in den Verhandlungen das Rennen machen.

Wichtigste ausländische Herkünfte für alle ökologisch erzeugten Milch- und Molkereiprodukte in Deutschland sind Dänemark und Österreich. Andere Länder wie die Niederlande, Tschechien und Polen spielen als Rohmilchlieferanten eine untergeordnete Rolle.

Mehr Rindfleisch importiert

Die Nachfrage nach Biofleisch ist in Deutschland auch 2017 deutlich gewachsen, insbesondere der Rindfleischverkauf entwickelt sich sehr dynamisch. Die Nachfrage kommt aus allen Ketten des Lebensmitteleinzelhandels, die zunehmend neben dem Basisprodukt Hackfleisch auch andere Produkte ins Regal legen.

Das Rindfleischangebot ist nur teilweise durch Umstellungen gewachsen. Vielmehr konnten mehr Tiere als zuvor auch am Biomarkt verkauft werden. Nach knapper Versorgung 2015 und 2016 ist das Bioschweineangebot 2017 deutlich größer geworden, so dass seit dem Herbst 2017 wieder alle Anfragen bedient werden können.

Um die große Nachfrage nach Rindfleisch und insbesondere Rinderhack bedienen zu können, sind die Biorindfleischimporte 2017 um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insbesondere Altkühe und Vorderviertel von Fleischrindern für die Hackfleischproduktion kamen ergänzend aus Österreich und Dänemark nach Deutschland.

In der Schweinefleischproduktion liegt der Bio-Anteil nur bei 0,5 Prozent, aber die Nachfrage steigt jährlich um 20 Prozent, d.h. sie wird sich in den nächsten 5 Jahren verdoppeln. Die Bio-Schweineproduktion in Deutschland deckt die heimische Nachfrage nicht. So wird viel Bio-Schweinefleisch aus Dänemark importiert. 

Bei Getreide und Proteinpflanzen höhere Importe

Auch die Bioackerfrüchte haben in den meisten Fällen größere Importraten und -mengen zu verzeichnen. Der Ackerbau in Deutschland hinkt in der Umstellung anderen Betriebszweigen hinterher. Gleichzeitig brauchen die umgestellten tierhaltenden Betriebe mehr Futter, so dass die höhere Nachfrage zunehmend mit Importen bedient wird.

Die Biogetreideimporte sind im Wirtschaftsjahr 2016/17 um elf Prozent auf knapp 260.000 Tonnen gestiegen. Das waren 26 Prozent des hier verwendeten Getreides. Rumänien und die Ukraine sind die beiden bedeutendsten Lieferländer.

Weizen (inklusive Dinkel) ist das wichtigste Importgut und gut ein Drittel des hier verwendeten Bioweizens stammt aus dem Ausland. Unter den Getreidearten liegt nur bei Körnermais die Importrate noch höher.  Die anderen Getreidearten wie Roggen, Gerste und Hafer weisen deutlich geringere Importanteile auf.

Bei den Bioleguminosen sind die Importe im Wirtschaftsjahr 2016/17 um vier Prozent gestiegen. Das war die Hälfte der in Deutschland verwendeten Bioleguminosen. Dreiviertel davon sind Futtererbsen. Das bedeutendste Lieferland ist mit Abstand Litauen, aus dem mehr als die Hälfte der in Deutschland verwendeten Futtererbsen stammen.

Größere Obst- und Gemüseernten sorgen für kleinere Importraten

Auch bei Bioäpfeln, Biomöhren und Biokartoffeln sind die Importanteile kleiner geworden. Gute Ernten auf der einen Seite, aber auch die immer größere Präferenz der Handelsketten für inländische Ware, haben dies ermöglicht.

Bei Fruchtgemüse wie Tomaten, Zucchini, Paprika und Salatgurken aus ökologischer Erzeugung dagegen sind die Importanteile bei steigender Nachfrage gestiegen. Biotomaten stellen innerhalb der Gruppe eine Ausnahme dar: Hier kauften die Haushalte 2016/17 rund drei Prozent weniger weniger als in der vorherigen Kampagne.

Bei Biomöhren hat sich die Nachfrage des Einzelhandels 2016/17 stark auf deutsche Ware konzentriert. In der Importsaison ab Mitte März 2017 konzentrierte sich die Nachfrage des Handels stärker auf europäische Herkünfte als in anderen Jahren. So wurden mehr Möhren aus Spanien und Italien, aber auch aus Dänemark eingeführt.

In Dänemark ist der Anbau von Biomöhren 2017 erneut ausgeweitet worden, mittlerweile besteht die Hälfte der dänischen Möhrenfläche aus Biomöhren.

Quelle: oekolandbau.de