Landleben

Leben auf dem Land attraktiver machen
Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland schaffen

Dorf Luftperspektive

Gleichwertige Lebensverhältnisse herzustellen. erfordert unterschiedliche Antworten für ländliche Räume und Städte.

Bild: bmel

Finanzstarke Kommunen, ein attraktives Wohnumfeld, ausgebaute Infrastruktur: Das Bundeskabinett hat diese Woche die Einsetzung der Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" beschlossen.

Unter dem Vorsitz des Bundesinnenministers Horst Seehofer, sowie dem Co-Vorsitz der Bundesministerininnen Julia Klöckner (Landwirtschaft) und Dr. Franziska Giffey (Familien), sollen mit den übrigen Bundesressorts, den Ländern und kommunalen Spitzenverbänden Ungleichheiten und Probleme in den Regionen erkannt, und gemeinsam mit allen Akteuren angegangen werden.

Kaputte Straßen, leerstehende Geschäftshäuser in der Fußgängerzone, lange Anfahrtswege zum Hausarzt: In manchen ländlichen Regionen Deutschlands müssen die Menschen sich im Alltag diesen Widrigkeiten stellen. In anderen Gegenden ein völlig anderes Bild: Ein neu ausgebautes Straßennetz, vitale Innenstädte, und auch Fachärzte sind fußläufig zu erreichen.

Gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen betrifft Fragen wie: Wo fühle ich mich wohl? Wie sieht es mit der Versorgung von Gütern und Dienstleistungen aus? Wie kann ich Lebensqualität in meiner Kommune mitgestalten? Kann ich im Alter in meinem gewohnten Umfeld leben?

Kommunen brauchen für ihre Antworten Gestaltungsspielraum. Die Kommission soll mit ihrer Arbeit eine Orientierung geben, wie die Situation in den Regionen Deutschlands - von Ost nach West, von Nord nach Süd - verbessert werden kann.

"Wir brauchen gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland, damit die Menschen in Deutschland dort gut leben können, wo sie gerne leben wollen," sagt der neue Kommissionsvorsitzende Horst Seehofer.

Und Bundeslandeswirtschaftsministerin Klöckner ergänzt: "Gleichwertige Lebensverhältnisse heißt Versorgungs- und Entwicklungssicherheit nicht nur in den Verdichtungsräumen, sondern auch in den ländlichen, in den entlegeneren Regionen." Weier erklärt sie: Unser Land besteht zu einem großen Teil aus ländlichen Gebieten – das sind die Kraftzentren Deutschlands! Wir müssen dafür sorgen, dass sich die Bürger in diesen Regionen nicht abgehängt fühlen und es auch nicht werden, sondern an der Modernisierung unseres Landes teilhaben."

Die Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse" wird sechs themenspezifische Facharbeitsgruppen einsetzen. Diese bilden die Schwerpunktbereiche der Arbeit der Kommission ab, nämlich: Kommunale Altschulden, Wirtschaft und Innovation, Raumordnung und Statistik, Technische Infrastruktur, Soziale Daseinsvorsorge und Arbeit sowie Teilhabe und Zusammenhalt der Gesellschaft.
Betrachtet werden die Themen jeweils aus der Perspektive der Verdichtungsräume und der ländlichen Räume. 

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey betont: "Egal, ob im Großstadtkiez oder auf dem Land, ob im Osten oder Westen - gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen, heißt, dass Menschen sich überall wohlfühlen können und das vorfinden, was sie zum Leben brauchen - in jedem Alter."

Mit den Vorschlägen der Kommission sollen bis zum Ende der 19. Legislaturperiode und darüber hinaus effektive und sichtbare Schritte hin zu einer Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse erreicht werden. Die Kommission wird ihr Gesamtergebnis in Form eines Abschlussberichts bis Herbst 2020 vorlegen.

Deutscher LandFrauenverband begrüßt neue Kommission der Bundesregierung

„Es muss für die Verwirklichung der eigenen Chancen egal sein, ob man in der Stadt oder auf dem Land wohnt. Wir haben an dieser Stelle in Deutschland Nachholbedarf. Geht es um Arbeit, soziale Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Digitalisierung, haben Menschen im ländlichen Raum noch immer das Nachsehen – vor allem die Frauen“, sagt Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes.

Quelle: BMEL