Ernährungswirtschaft

Insekten
Insektenfood: Rewe bietet seit kurzem auch Würmer statt Rindfleisch an

Insektenburger von Rewe werden von dem Start-up „Bugfoundation“ hergestellt. Die Hauptzutat: Buffalowürmer. Seit Anfang des Jahres fallen Insekten unter die EU-Verordnung für neuartige Lebensmittel.

Nach Schätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden weltweit mehr als 1900 Insektenspezies verzehrt. 

Ein 2014 in Osnabrück gegründetes Start-up beschäftigt sich mit der Entwicklung und Herstellung insektenhaltiger Produkte. In den Niederlanden und Belgien zählt das Unternehmen mit dem "Bux-Burger" zu einem der ersten Insekten-verarbeitenden Betriebe.

Restaurants, Catering-Unternehmen und kleinere Supermärkte haben den Vertrieb dieser einzigartigen Produkte mittlerweile in Brüssel, Amsterdam, Utrecht, Groningen, Eindhoven, Den Haag und Maastricht aufgenommen.

Mit dem "Bux-Burger", dessen Bratling zu 43 Prozent aus Buffalowürmern besteht, wollen die Jungunternehmer Baris Özel und Max Krämer zeigen, welche Potenziale diese Produkte bieten. Hierzulande macht nun Rewe ernst: Die Supermarkt-Kette hat seit April als erster Supermarkt in Deutschland diesen Insektenburger ins Sortiment aufgenommen. Zunächst nur in zwei Filialen in Aachen und seit Mai in weiteren ausgewählten Filialen von Rewe-Süd.

Insekten gelten als ernährungsphysiologisch günstige Nahrungsquelle. Viele Insekten sind reich an hochwertigen Proteinen. Ihre durchschnittlichen Proteingehalte liegen zwischen 35 und 77 Prozent. Insekten werden in diesem Zusammenhang auch als Alternative zu importierten Proteinfuttermitteln, wie zum Beispiel Soja, diskutiert.

Der durchschnittliche Fettgehalt essbarer Insekten liegt bei 13 bis 33 Prozent, ihr Energiewert ist vergleichbar mit Fleisch. Darüber hinaus enthalten Insekten Ballaststoffe und, je nach Spezies, eine Vielzahl von Mikronährstoffen und Vitaminen. Ihnen wird daher insbesondere für die Zukunft der Welternährung eine entscheidende Rolle beigemessen.

Das Bundesinstitut für Riskobewertung (BfR) hatte 2016 zwei Studien zur Berichterstattung und Risikowahrnehmung von Insekten als Lebens- und Futtermittel in Auftrag gegeben. Demnach akzeptiert laut aktueller Repräsentativbefragung des BfR die Mehrheit der Deutschen Insekten als Futtermittel.

"Bei der Akzeptanz als Lebensmittel dagegen sind die Befragten gespalten. Als Vorteil wird vor allem der hohe Eiweißgehalt, als Nachteil die individuelle Ekelbarriere genannt," so das BfR. Die Mehrheit der Befragten vermutet keine gesundheitlichen Risiken durch den Verzehr von Insekten, würde sie aber dennoch nicht essen.

Die Akzeptanz von Insekten als Lebensmittel würde laut Studie steigen, wenn diese durch Verarbeitung unkenntlich gemacht würden und mehr Informationen, insbesondere zur gesundheitlichen Unbedenklichkeit, vorlägen. 

Schöne neue Ernährungswelt. In anderen Weltregionen stehen Insekten schon lange auf dem Speiseplan und sind dort eine geschätzte Protein- und Vitaminquelle. Doch auch in Europa haben sie inzwischen einen Fuß in der Tür. In welchem Ausmaß Mehlwürmer, Heuschrecken und Grillen am Ende Einzug in unsere Ernährung halten, ist aber noch völlig offen.