Bio, Ökolandbau & Umwelt

Befragung der Bio-Verkaufsstätten
Mehr Transparenz auf dem deutschen Bio-Markt

Wochenmarkt

Gemüseverkauf auf dem Wochenmarkt.

Bild: Dominic Menzler

Wie viele Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Wochenmärkte und Versandhändler mit Bioangebot gibt es in Deutschland? Bisher gibt es darüber keine verlässlichen Daten. Das soll sich mit einer bundesweiten Befragung ändern.

Man kennt nicht die Anzahl der Geschäfte in Deutschland, die als "sonstige" Einkaufsstätten für Biolebensmittel und -getränke außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) und des Naturkosthandels definiert sind. Darunter fallen Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Wochenmarktbeschicker und Versandhändler mit Bioangebot. Auch der Bioumsatz, den diese Geschäftstypen generieren, kann bisher nicht genau beziffert werden.

Schätzungen von Branchenkennerinnen und -kennern zufolge sollen zwischen zehn und zwölf Prozent der Bäckereien in Deutschland auch ein Bioangebot haben. Das wären rund 1.100 bis 1.300 Bäckereien, die entweder hauptsächlich Bioprodukte anbieten oder diese neben konventionellen Produkten verkaufen.

Bei Metzgereien dürften es zwischen 300 und 400 Betriebe sein, die Biofleisch und -wurst verkaufen. Wie viele es genau sind und welchen Umsatz diese Betriebe insgesamt mit dem Verkauf von Biolebensmitteln generieren, steht im Mittelpunkt des unter der Leitung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) laufenden Projektes "Mehr Transparenz auf dem deutschen Bio-Markt – Verbesserung der jährlichen Marktschätzung unter besonderer Berücksichtigung des Lebensmitteleinzelhandels und der 'sonstigen Einkaufsstätten'".

Wie viele Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Wochenmärkte und Versandhändler mit Bioangebot gibt es in Deutschland?

Die Zahl der Wochenmärkte ist in den vergangenen Jahren in Deutschland erheblich geschrumpft. Die Anzahl der Wochenmarktakteure mit Bioangebot steigt jedoch alljährlich. Großes Potenzial zeigen Wochenmärkte in Großstädten, insbesondere in gutsituierten Stadtteilen. Auch Wochenmärkte, auf denen ausschließlich Bioprodukte angeboten werden, haben sich in vielen Städten etabliert.

Laut AMI-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels gaben die privaten Haushalte in Deutschland 2017 gut 179 Millionen Euro für Obst und Gemüse, Fleisch und Fleischwaren, Brot und Backwaren, Käse, Eier und Kartoffeln in Bio-Qualität auf Wochenmärkten aus. Der Bioanteil an den Ausgaben für frische Lebensmittel auf Wochenmärkten stieg damit auf 12,5 Prozent.

Grafik Bio-Gemüse

Bio-Gemüse ist wichtigster Umsatzträger auf Wochenmärkten.

Bild: AMI

"Sonstige Einkaufsstätten" vor allem in Bayern und Baden-Württemberg

Insgesamt wurden rund 3.200 Adressen von Bäckereien, Metzgereien, Hofläden, Wochenmarktbeschickern und Versandhändlern mit Bioangebot in Deutschland ermittelt. Im Detail sind es Adressen von 600 Bäckereien, 240 Metzgereien, 1.900 Hofläden, 150 Wochenmarktbeschickern und 270 Versandhändlern.

Nach Expertenschätzungen dürften es insbesondere bei den Bäckereien und Metzgereien weit mehr Geschäfte sein. Insbesondere Geschäfte, die neben ihrem konventionellen Angebot auch einige Bioprodukte verkaufen, sind häufig erst auf den zweiten Blick zu finden.

Der Großteil der ermittelten Bäckereien mit Bioangebot befindet sich in Bayern (208 Betriebe), gefolgt von Baden-Württemberg (114) und Niedersachsen (69). Bei den Metzgereien nimmt ebenfalls Bayern mit 27 Geschäften Platz eins ein, es folgen Niedersachsen mit 33 und Rheinland-Pfalz mit 32 Geschäften. Die meisten Hofläden befinden sich in Bayern (346), Baden-Württemberg (299) und Niedersachsen (287).

Die ermittelten, Wochenmarktbeschicker haben ihren Sitz zum Großteil in Niedersachsen (43), Baden-Württemberg (18), Bayern (14) und Hamburg (14). Die Versandhändler sind vor allem in Bayern (58), Baden-Württemberg (47) und Rheinland-Pfalz (45) stark vertreten.

Rücklauf bei Hofläden am höchsten

Von den rund 3.200 angeschriebenen Geschäften haben rund 200 Angaben zu ihren Vermarktungswegen und Bioumsätzen gemacht. Bei den Hofläden waren die Rückmeldungen eindeutig am höchsten, gefolgt vom Versandhandel und den Wochenmarktbeschickern. Insbesondere Metzgereien kam bisher wenig Resonanz.

Noch läuft die Befragung und betroffene Einkaufsstätten können hier an der Befragung teilnehmen.

Quelle: oekolandbau.de