Agrarwirtschaft

Knappe Ernte höhere Preise?
Einkommensverluste durch Wetterextreme: Der BDM fordert Preiserhöhungen

Maisfeld Dürre

Maisfeld, völlig ausgetrocknet: Die Dürre fordert in diesem Jahr die Hälfte der Ernte. Viele Landwirte stehen vor finanziellen Problemen.

Bild: Pixabay

Auf Grund der anhaltenden Trockenheit rechnet man derzeit mit Ernteverlusten bis zu 50 Prozent. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) fordert nun einen Ausgleich durch Preiserhöhungen, die am Markt durchzusetzen seien.

"Um die Ernährungsindustrie mit billigen Rohstoffen versorgen zu können, werden wir Bäuerinnen und Bauern gezwungen, dauerhaft auf Kante genäht zu wirtschaften“, erklärt BDM-Bundesvorsitzender Stefan Mann das Grundproblem. Man könne deshalb in guten Zeiten nicht mehr für schlechte vorsorgen, wie es früher der Fall war. 

„Hinzu kommt, dass die Milchviehbetriebe in wiederkehrenden Milchkrisen alle Reserven aufgebraucht haben, nötige Investitionen zurückgestellt haben und zusätzliche Kredite aufnehmen mussten – kurz: massiv geschwächt vor einem Wetterextrem stehen, das ein robuster und wirtschaftlich gesunder Betrieb normalerweise abfedern können sollte. So aber sind wir bei jeder Wetterkapriole mehr oder weniger gezwungen, bei der Politik als Bittsteller aufzutreten und um finanzielle Hilfen zu bitten. Das ist kein zukunftsfähiges Konzept für die Milchviehhalter,“ so Mann weiter.

Immer mehr Betriebe, die sich mit Futterzukäufen über die Futterengpässe, die durch die Trockenheit entstehen, hinweghelfen müssen, geraten in zunehmende Liquiditätsschwierigkeiten. Angesichts einer so ausgedehnten Wetterproblematik in Mittel- und Nordeuropa muss die Lösung nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter in erster Linie beim Einkommen der Landwirte ansetzen. 

Höhere Preise am Markt zu Gunsten der Produzenten

Der Verbandschef appelliert an die Marktteilnehmer, dass der Handel höhere Preise ansetzen soll, die direkt den Landwirten zugute kommen. Wie das konkret funktionieren soll erklärt Stefan Mann nicht.

„Die Abnehmer in allen Bereichen der Landwirtschaft sind gefordert, beim Handel und vor allem der verarbeitenden Industrie sofort deutlich höhere Verkaufspreise umzusetzen. Es ist nicht verständlich, dass sich die Getreidepreise beispielsweise bei Mindererträgen von 30 bis 50 % nicht um mindestens die gleiche Größenordnung nach oben bewegen. Im Milchsektor müssen sich ebenfalls die Erwartungen einer zurückgehenden Milchanlieferung umgehend in Preisanhebungen wiederfinden“, fordert Stefan Mann.

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter appelliert an Bundesministerin Julia Klöckner nötige Preiserhöhungen zu realisieren bzw. da wo sie von Handelsseite bereits erfolgt sind, die Mehrerlöse auch vollständig an die Betriebe auszukehren. "Nur über höhere Markterlöse kommt die dringend benötigte Liquidität auf die Betriebe," so der Verband.

Quelle: BDM