Agrarwirtschaft

Ernte schlechter als gedacht
Klöckner informiert das Bundeskabinett - DBV korrigiert die Ernteprognose weiter runter

Bundeskabinett

Hier unterrichtet die Agrarministerin das Bundeskabinett über die aktuelle Lage der Landwirtschaft.

Bild: Bundesregierung / Guido Bergmann

JuliaKloeckner informierte heute die Ressortkolleginnen und -kollegen über die Situation im Ackerbau und die Lage der Viehhalter. Der DBV korrigierte unterdessen die geerntete Getreidemenge um weitere 5 Mio Tonnen nach unten.

Vertreter von Bund und Ländern hatten sich bereits gestern in Berlin getroffen und sich über die aktuelle Lage der katastrophalen Ernte ausgetauscht. "Die Vertreter der Länder haben uns ein Bild über das Ausmaß der Schäden geschildert. Wir waren uns einig, dass die Länder jetzt die notwendigen Daten so schnell wie möglich liefern, denn nur dann kann der Bund auch schnell handeln," fasste der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, das Treffen zusammen.

Dazu sagt Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast: „Das ist ein ganz bitteres Jahr für die Landwirte. Auch wenn die Ernte noch nicht vollständig eingebracht ist, steht fest, dass die Schäden durch die Dürre in Niedersachsen massiv sind. Vielerorts sind die Felder vertrocknet, das Getreide verkümmert, das Futter für die Tiere wird knapp."

Nun wolle man den Erntebericht 2018 Ende August auswerten, um die tatsächlichen Ernteausfälle zu beziffern. „Bund und Länder werden nach Vorlage des Ernteberichtes gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden," sagte Otte-Kinast nach dem Treffen.

Bauernverband fordert Soforthilfen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) korrigierte seine Ernteprognose noch einmal deutlich nach unten. Statt der zuletzt geschätzten 41 Millionen Tonnen Getreide rechnet der DBV nur noch mit einer Erntemenge von rund 36 Millionen Tonnen.

Angesichts dieser Entwicklung fordert Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied die Politik zum zügigen Handeln auf. „Viele Bauern brauchen jetzt eine schnelle Unterstützung. Die aus unserer Sicht eindeutigen Zahlen lassen eine grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen schon jetzt zu. Nach den uns vorliegenden Meldungen aus den Landesbauernverbänden sind die Voraussetzungen für Finanzhilfen durch die Länder in den besonders betroffenen Regionen klar erfüllt.“

„Die Folgen dieses Extremwetters auf den Feldern können die Landwirte nicht allein bewältigen“, sagte Niersachsens Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Und er ergänzt: „Auf derartige Wetterkapriolen können sich die Landwirte kurzfristig nicht einstellen. Hier ist die Politik mit schnellen und direkten Hilfen gefordert. Es dürfen keine weiteren vier Wochen vergehen."

Heute unterrichtete Julia Klöckner ihre Ressortkolleginnen und -kollegen über die Situation im Ackerbau und die Lage der Viehhalter. Soforthilfen erteilte man bereits am Vortag eine Absage. Man bleibe dabei, die Erntebilanz Ende August abwarten zu wollen und sich dann über mögliche Finanzhilfen zwischen Bund und Ländern zu beraten.