Agrarwirtschaft

Ministerpräsidentin Schwesig sagt Hilfe zu
Ernteschäden in MV liegen bei rund 531 Millionen Euro

Duerre

Bei Futterpflanzen musste wegen der Dürre auf den 2. und den 3. Schnitt komplett verzichtet werden.

Bild: Pixabay

Die durch Dürre verursachten Schäden in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns werden sich nach aktuellen Zahlen auf etwa 531 Millionen Euro belaufen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gibt Bauern eine Hilfezusage.

Bereits konkret zu benennen seien die Einnahmeverluste aus den Mindererträgen bei Mähdruschfruchten. Sie belaufen sich auf fast 280 Millionen Euro. Das entspricht Einnahmeverlusten von rund 360 Euro je Hektar Mähdruschfläche im Vergleich zu den Durchschnittseinnahmen je Hektar in drei der fünf zurückliegenden Jahre.

Derzeit noch schwer kalkulierbar sind die Mehraufwendungen durch Futterzukäufe, die den Tierhaltern durch die dürrebedingten Ausfälle im Futterbau entstehen. „Der drohende Futtermangel wird erhebliche negative Auswirkungen auf die Tierproduktion des Landes haben“, erklärte Backhaus.

Auf mv1 TV: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat den Dürre geplagten Landwirten am gezielte finanzielle Hilfen zugesagt.

Bei der traditionellen Erntetour hat Schwesig vier landwirtschaftliche Betriebe in Nordwestmecklenburg besucht und sich ein Bild von der aktuellen Situation gemacht. Erste Station war die Genossenschaft Agrarprodukte Kleekamp.

Minister Backhaus drängt auf Hilfe aus Bundesmitteln


Minister Dr. Till Backhaus befürchtet, dass durch Verkauf oder Schlachtung von Tieren aufgrund des Futtermangels die Tierbestände im Land weiter abnehmen. Im Futterbau war der erste Schnitt wegen der anhaltenden Trockenheit unterdurchschnittlich, der zweite Schnitt gänzlich ausgefallen. Weiterer Grünfutterwuchs sei derzeit nicht absehbar.

Bei den Mähdruschfrüchten liegen die Verluste je nach Bodenbeschaffenheit und Standort zwischen 25 und 30 Prozent. „Die Ernteergebnisse im Land stellen sich sehr differenziert dar. Auf leichten Böden sind zum Teil Totalschäden entstanden“, so der Minister.

Er bezifferte die Mindererträge bei der Wintergerste auf rund 30 Prozent bei einem Ernteergebnis von durchschnittlich 53,3 Dezitonnen je Hektar. Beim Winterweizen lag das durchschnittliche Ernteergebnis bei 61,6 dt/ha, das entspricht einem Minderertrag von 22 Prozent. Die Rapsernte brachte im Schnitt 26,8 dt/ha, damit liegen die Einnahmeverluste bei 28 Prozent.

Mais- und Hackfrüchte hatten sich zunächst gut entwickelt. Seit Juni leiden auch diese Kulturen unter akutem Wassermangel.

„Damit haben die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern nach den enttäuschenden Jahren 2016 und 2017 das dritte schlechte Erntejahr in Folge zu verkraften“, so Backhaus. Nach seiner vorläufigen Einschätzung könnten 10 bis 20 Prozent der Landwirtschaftsbetriebe in MV Einnahmeverluste in Höhe von über 30 Prozent zu verkraften haben.

„Ich werde weiter beim Bund auf Unterstützung für diese Betriebe drängen“, versicherte Backhaus. In Abstimmung mit weiteren dürrebetroffenen Bundesländern fordert Mecklenburg-Vorpommern die Auflage einer Schadensbeihilfe für dürregeschädigte Landwirtschaftsbetriebe, vor allem für Tierhalter.

Backhaus forderte angesichts sich häufender Witterungsextreme zugleich ein Umdenken nicht nur in der künftigen europäischen Agrarpolitik, sondern auch in den Landwirtschaftsbetrieben. Landwirte könnten sich mit einer breiteren Vielfalt im Anbau und der Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit, dem Einsatz neu gezüchteter Sorten oder der Verbesserung produktionstechnischer Faktoren etwa zur Wasserregulierung von schwierigen Witterungsverhältnissen unabhängiger machen.

Außerdem müssten Landwirte und Gesellschaft gemeinsam nach Lösungen suchen, um eine bezahlbare und solidarische Risikovorsorge einzurichten.

Quelle: Regierungsportal M-V