Agrarwirtschaft

Erntebilanz
Deutschland wird Nettoimporteur bei Getreide

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Deutschland wird damit zum ersten Mal seit 1986 zum Netto-Getreideimporteur.

Bild: Pixabay

Die vom BMEL vorgestellten Zahlen zur diesjährigen Getreide- und Rapsernte bestätigen die Einschätzungen des Deutschen Raiffeisenverbands. Wir kommen nicht darum herum, Getreide zu importieren, um unseren Bedarf zu decken.

Das Ministerium geht von einer Getreidemenge in Höhe von 34,5 Millionen Tonnen (ohne Körnermais) und einer Rapsernte von 3,6 Millionen Tonnen aus. Die Zahlen weichen nur minimal von denen des DRV ab, der mit 34 Millionen Tonnen Getreide (ohne Körnermais) und 3,5 Millionen Tonnen Raps von der bisher schlechtesten Ernte in diesem Jahrtausend ausgeht.  

Der genossenschaftliche Getreidehandel sowie der Getreidehandel insgesamt stehen in diesem Jahr somit vor der Herausforderung, die knappe Versorgungslage in Deutschland bestmöglich zu managen.

Bei einem geschätzten Verbrauch von 43 bis 44 Millionen Tonnen müssen erhebliche Mengen an Getreide importiert werden. Deutschland wird damit zum ersten Mal seit 1986 zum Netto-Getreideimporteur. Und das in einem Jahr, in dem das Angebot auf dem Markt ohnehin knapper ist. Denn auch in Europa rechnen Experten mit einer unterdurchschnittlichen Ernte. Hinzu kommen teilweise erhebliche Ernteausfälle in wichtigen Anbau- und Exportregionen wie der Ukraine und Russland.  

Der wichtigste Einflussfaktor für den nationalen Markt wird nach Ansicht des DRV der Getreidebedarf bei der Tierfütterung sein. Als Folge der Trockenheit leiden zahlreiche viehhaltende Betriebe an einem erheblichen Mangel an Grundfutter, dass durch Kraftfutter ersetzt werden muss.

Daher wird der Ausgang der Körnermaisernte in Europa und den USA von entscheidender Bedeutung sein. Dort steht der Getreidehandel aber vor einer besonderen Herausforderung, weil Maisimporte aus den USA derzeit mit einem Strafzoll von 25 Prozent belegt werden. Möglicherweise kann verstärkt auf brasilianische Ware zurückgegriffen werden. Dort soll eine Rekordernte heranwachsen.

Quelle: Deutscher Raiffeisenverband e.V.