Agrarwirtschaft

Dürreverluste
Der BDM sieht Molkereien in der Verantwortung den Milchviehhaltern zu helfen

Kühe, Rinder

Den Milchviehhaltern fehlen die Reserven mit der Dürrekrise fertig zu werden.

Bild: uschi dreiucker / pixelio.de

Mit begrenzten öffentlichen Mitteln können die Dürreverluste der Milchbauern nicht annähernd ausgeglichen werden. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter sieht die Milchabnehmer in der Pflicht.

Angesichts der breiten Betroffenheit unterschiedlicher landwirtschaftlicher Sektoren und des erheblichen Ausmaßes der trockenheitsbedingten Schäden können mit öffentlichen Mitteln die Verluste der Bauern nicht annähernd ausgeglichen werden, kritisiert der Bundesverband der Milchviehhalter (BDM).

„Warum aber spricht man über ein Maßnahmenbündel mit z.B. Steuerstundungen, Rentenbank-Krediten und Freigabe von ökologischen Vorrangflächen, von dem man weiß, dass es nicht in der Lage sein wird, die Situation der Landwirte deutlich zu verbessern und lässt gleichzeitig die Marktpartner der Bauern bei allen Überlegungen konsequent außen vor?“, fragt BDM-Vorsitzender Stefan Mann.

Stefan Mann sieht in der aktuellen Situation die "Marktpartner", allen voran die Molkereien in der Pflicht finanziell einzuspringen. „Die Milchviehbetriebe haben in wiederkehrenden Milchkrisen alle Reserven aufgebraucht, weil sie das marktwirtschaftliche Risiko ganz alleine tragen mussten, während die Milchverarbeiter sich weiter ihre Margen gezogen haben," sagt Mann.

Der BDM-Chef möchte, dass "diese Unternehmen, deren Rohstoffeinkauf endlich auch einmal Verantwortung übernehmen", wenn den Landwirten die Luft ausgeht. 

Die Lösung der Liquiditätsprobleme kann nach Ansicht des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter nur über höhere Markterlöse erreicht werden. "Alle finanziellen Hilfen aus öffentlicher Hand werden nur unzureichende Ergebnisse bringen," erklärt der BDM und fordert Bundesministerin Julia Klöckner und die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder auf, auf die Milchverarbeiter mit einer klaren Erwartungshaltung und entsprechenden Forderungen zuzugehen.

„Die Abnehmer in allen Bereichen der Landwirtschaft müssen in die Pflicht genommen werden, beim Handel und vor allem der verarbeitenden Industrie sofort deutlich höhere Verkaufspreise umzusetzen. Im Milchsektor müssen sich die Erwartungen einer zurückgehenden Milchanlieferung umgehend in Preisanhebungen wiederfinden“, fordert Stefan Mann.

„Wer sich nicht in der Lage sieht, höhere Preise auszuhandeln, muss, um Preisanhebungen für die Lieferanten realisieren zu können, das tun, was sonst immer den Landwirten geraten wird: Rückstellungen auflösen, Investitionen verschieben und an anderer Stelle Kosten einsparen. Die Milchviehhalter haben - anders als die Milchverarbeiter - keine Reserven mehr.“

Schweizer wollen einen Solidaritätsaufschlag auf Milch

In der Schweiz ist die Dürre, ebenso wie bei uns, das vorherrschende Thema. Der Schweizer Bauernverband fordert deshalb den Handel auf, einen "Solidaritätsbeitrag" von fünf Rappen (rund 4,5 Cent) zu bezahlen, der direkt den Produzenten zu Gute kommen soll. Die Landwirte leiden wegen der andauernden Hitze an einer gesunkenen Milchproduktion kombiniert mit höheren Futterkosten. 

Auf dem Schweizer Milchmarkt sei für die kommenden Wochen von deutlich sinkenden Einlieferungen auszugehen. "Die Butterlager sinken aktuell Woche für Woche", warnt der Schweizer Milchverband (SMP). "Schweizer Butter könnte sich so bis Jahresende zum gesuchten Artikel wandeln", heißt es vom SMP.

Quelle: BDM