Agrar-Politik

Keine Soforthilfe für Deutsche Landwirte
Klöckner: Notstandsgelder erst denkbar, wenn Schäden genau feststehen

Julia Klöckner im Bundestag

Heute hat Julia Klöckner das Bundeskabinett über die Lage der Landwirte unterrichtet.

Bild: Pressefoto

Eine Soforthilfe von 1 Milliarde Euro, wie Bauerpräsident Rukwied es fordert, wird es im Moment nicht geben. Eine genaue Schadensbilanz ist notwendig und kann erst im August mit dem der Erntebricht gezogen werden, sagte Julia Klöckner.

"Ich bin sehr besorgt über die Auswirkungen der Dürre, unter der viele Bauern vor allem im Norden und im Osten Deutschlands leiden müssen. Es zeichnen sich geringere Getreideerträge, starke Trockenschäden bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben ab," so die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und "viele Viehhalter haben Not, ihre Tiere zu versorgen, weil das Gras als Futter fehlt," sagte sie weiter.

Dennoch könne erst über Finanzhilfen aus dem Bundeshaushalt entschieden werden, wenn das genaue Ausmaß fest stehe. "Erst nach der Erntebilanz Ende August haben wir ein klares, aussagekräftiges Bild. Auf dieser Grundlage werden wir die Entscheidung möglicher Hilfen - zusätzlich zu den bereits bestehenden - treffen können, die gegebenenfalls der Bund mit den Ländern zusammen anbieten kann," so Klöckner.

Der vom Deutschen Bauernverband geforderten Soforthilfe in Höhe von 1 Milliarde Euro erteilte Klöckner damit vorerst eine Absage.

"In Deutschland zeichnet sich ein sehr unterschiedliches Bild ab. Während die Winzer mit einem sehr guten Jahrgang rechnen dürfen, treibt andere die Sorge um ihre Existenz um. Das nehme ich sehr ernst. Und deshalb ist es mir wichtig, dass wir uns einen detaillierten Überblick verschaffen," sagte Julia Klöckner und unterstrich, dass es keine Art Selbstverständlichkeit sei auf Katastrophenmittel des Bundes zuzugreifen.

"Eine kleine Entlastung und Kompensation ist für den einen oder anderen Bauern, dass die Erzeugerpreise um etwa zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind," sagte Klöckner mit Blick auf die Gesamtsituation am Agrarmarkt.