Agrar-Politik

Gemeinsame Agrarpolitik
GAP: Schicksalsfrage für unsere Landwirtschaft

Agrarpolitik Landwirtschaft Europa

Die gemeinsame Agrarpolitik der EU ist seit jeher einer der zentralen Politikbereiche für ein gemeinsames Europa.

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Die Reformvorschläge der GAP ab 2020 liegen auf dem Tisch. Viele Fragen sind noch offen. "Die gemeinsame Agrarpolitik ist eine Schicksalsfrage für unsere Landwirtschaft und für die Zukunft Europas," sagt Klöckner.

In Stuttgart tauschten sich zur Zukunft der GAP die Bundesministerin Julia Klöckner, der EU-Agrarkommissar, Phil Hogan, der Agrarminister von Baden-Württemberg, Peter Hauk, und der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied aus.

Julia Klöckner, machte auf der Internationalen Tagung zur Weiterentwicklung der GAP ihre Position klar und gab ein Plädoyer für den Zusammenhalt in Europa ab, der den Mitgliedstaaten Spielräume lassen soll.

"Auch wenn wir immer wieder von der ‘gemeinsamen‘ Agrarpolitik sprechen, sie ist es nicht automatisch, wenn wir nichts dafür tun. Europa ist nicht homogen, sondern es gibt unterschiedliche Regionen mit unterschiedlicher Landwirtschaft und unterschiedlichen Anforderungen an die gemeinsame europäische Agrarpolitik," betonte die Ministerin.

"Selbst in Deutschland sehen wir, welche unterschiedlichen Wünsche Bauern im Osten Deutschlands im Vergleich zum Süden an die GAP haben," so Klöckner weiter.

Wenn wir über die Zukunft der gemeinsamen Agrarpolitik sprechen, dann geht es zugleich auch immer um die Zukunft Europas, sagt die Ministerin: "Denn eine starke Landwirtschaft und starke ländliche Räume sorgen für den inneren Zusammenhalt der Europäischen Union."

Die Ministerin betont, dass die GAP die Leistungen unserer Landwirte honoriere und einen Ausgleich für die hohen Anforderungen schaffe. "Das betrifft die Qualität unserer Lebensmittel, die Pflege unserer Kulturlandschaft, den Schutz der Umwelt und das Wohl der Tiere."

Direktzahlungen

"Das Zwei-Säulen-Modell hat sich in seiner Grundstruktur bewährt. Dass Direktzahlungen stärker an die Einhaltung von Umwelt- und Klimavorschriften gebunden werden, das kann man ablehnen oder nicht. Ich aber halte es für richtig," so Julia Klöckner. Die Anforderungen müssen aber Wirkung entfachen und für die Landwirte am Ende auch leist- und umsetzbar sein. 

Vereinfachung

"Gerade jetzt ist die Chance für eine durchgreifende Vereinfachung der GAP da, und wir müssen sie unbedingt nutzen." Klöckner vermisst dies in den bisherigen Kommissionsvorschlägen.

"Vereinfachungen, die stärker den Alltag der Landwirte im Blick haben, erhöhen die Akzeptanz Europas bei den Bauern. Auch das ist mir wichtig," betont die Ministerin.

Finanzielle Ausgestaltung der GAP

"Wir können die ambitionierten Ziele der GAP nur mit einer ausreichenden Finanzierung erreichen. Ich orientiere mich am Koalitionsvertrag, wonach ein Budget im bisherigen Umfang angestrebt wird," sagte Klöckner.

"Die finanziellen Mittel müssen es ermöglichen, die Ziele der GAP auch zu erreichen. Dazu gehört auch, kleinere und mittlere Betriebe besser fördern zu können. Der Vorschlag der Kommission bleibt aber dahinter zurück," kritisiert die Landwirtschaftsministerin.

Quelle: BMEL