Agrar-Politik

MeLa 2018 startet in vier Wochen
Backhaus mahnt Umdenken in der Agrarpolitik an

duerre

Im Durchschnitt fehlten in Mecklenburg-Vorpommern 250 Liter Wasser pro Quadratmeter: "Die Pflanzen sind regelrecht verdurstet," stellt Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus fest.

Bild: Pixabay

Die landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich unabhängiger vom Klimawandel machen. Das unterstrich Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute auf der Auftaktpressekonferenz zur MeLa.

Am Donnerstag, den 13.09.2018 um 10:00 Uhr wird die MeLa von der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig eröffnet. Im Rahmen der Auftaktpressekonferenz fordert Minister Backhaus mit Blick auf die extremen Wetterereignisse ein grundsätzliches Umdenken in der Agrarwirtschaft.

„Die Kompensation der entstandenen Schäden überfordert die Landwirte ebenso wie die Gesellschaft“, so Backhaus. Deshalb müsse der bisherigen Marktorientierung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) eine klare Umweltorientierung entgegengesetzt werden.

„Die europäische Agrarpolitik muss es den Landwirten ermöglichen, mit Umweltleistungen Geld zu verdienen. Das macht sie betriebswirtschaftlich unabhängiger - auch von den Auswirkungen extremer Witterung“, sagte er unter Verweis auf den zuletzt im Juli 2018 mit EU-Kommissar Phil Hogan diskutierten Vorschlag aus MV zur GAP nach 2020. Zudem müsse die Landwirtschaft künftig in einen Risikofonds einzahlen.

Zuvor hatte Backhaus die vorläufigen Ernteergebnisse für Mecklenburg-Vorpommern bekanntgegeben. Die durch die anhaltende Trockenheit verursachten Schäden in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns werden sich nach aktuellen Hochrechnungen auf etwa 531 Millionen Euro belaufen, so der Minister.

Er bezifferte die Mindererträge bei der Wintergerste auf rund 30 Prozent. Beim Winterweizen liegt der Minderertrag bei 22 Prozent. In der Rapsernte betragen die Einnahmeverluste 28 Prozent. Auch im Futterbau zeichneten sich rund 30 Prozent Ertragsausfall ab, Futtermangel bedrohe die Viehbestände im Land.

„Das Land ist bereit, mit 25 bis 30 Millionen Euro zu helfen, wenn sich der Bund in gleicher Größenordnung an einem Bund-Länder-Dürre-Hilfsprogramm beteiligt. Ich erwarte, dass der Bund kurzfristig vor allem die Futterbaubetriebe unterstützt. Tierhaltende Betriebe benötigen Soforthilfe für den Zukauf von Futter, um ihren Tierbestand zu erhalten. Und ich erwarte Solidarität unter den Landwirten. Futterreserven sollen erschlossen und im Land angeboten statt über Ländergrenzen hinweg verkauft werden“, so Backhaus.

Die diesjährige Mecklenburgische Landwirtschafts­ausstellung biete den geeigneten Rahmen, um auch über agrarpolitische Veränderungen zu reden, sagte er.

Auf der 28. MeLa werden auf 378.500 Quadratmetern über 1.000 Aussteller aus dem In- und Ausland vertreten sein. Das Landwirtschaftsministerium betreibt mit 114 Quadratmetern in Halle 1 den größten Stand auf der Messe.

Ein Themenschwerpunkt wird der Alltag in landwirtschaftlichen Unternehmen sein, in den die Besucher beispielsweise auf einem Traktorfahrsimulator eintauchen können. Zu den Höhepunkten der MeLa gehören auch wieder die Tierschauen: Mehr als 1000 Tiere aus 160 verschiedenen Rassen werden gezeigt. Das Tier der MeLa ist diesmal die Pommerngans.

Quelle: Regierungsportal M-V