Ackerbau

Trockenheit
Wärmster Mai seit Messbeginn und Sorgenfalten wegen andauernder Trockenheit

Die andauernde Trockenheit über viele Wochen bereitet den Landwirten vielerorts zunehmend Sorgen. In manchen Regionen gab es im gesamten Monat Mai keine Niederschläge.

Extrem warm, sonnig und trocken - der Mai 2018 hat sich in weiten Landesteilen wie ein echter Sommermonat präsentiert. Besonders im Norden sorgte der ausbleibende Regen für Probleme, örtlich wüteten aber auch schwere Unwetter. Mit einer Mitteltemperatur von 16,0 Grad war der Wonnemonat der wärmste Mai seit über 130 Jahren. 

Was den einen freut, bereitet anderen Sorgen. Die Nerven von vielen Ackerbauern werden zurzeit über die Gebühr strapaziert: Die ungewöhnlich starke Trockenheit gepaart mit extremer Hitze und starkem Wind setzt allen Kulturen vor allem auf den Feldern im Norden erheblich zu.

„Bis vor sechs Wochen haben uns die ergiebigen Niederschläge zu schaffen gemacht, die Pflanzen haben fast im Wasser gebadet, jetzt fehlt im ganzen Land Regen“, fasst Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr zusammen.

Unter der Trockenheit leiden insbesondere Druschkulturen, wie Raps, Weizen, Roggen und Gerste. Aber auch Grünland und Mais sind betroffen. "Sollte es innerhalb der kommenden Woche nicht landesweit Niederschläge geben, seien erhebliche Ertragseinbußen zu befürchten," schreibt das Landvolk in Niedersachsen.

Aufgrund des feuchten Frühjahrs wurzeln beispielsweise die Getreidepflanzen sehr flach, so dass sie die Wasservorräte in tieferen Bodenschichten nicht erreichen. Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes fiel insbesondere in Niedersachsen deutlich weniger Regen als zu der Jahreszeit üblich, in weiten Landesteilen waren es weniger als fünf Liter je Quadratmeter statt der üblichen Menge von um die 70 Liter je Quadratmeter.

Auf den Beregnungsstandorten im Nordosten des Landes haben die Landwirte mit der Feldberegnung versucht, die Defizite auszugleichen, das künstliche Nass kann bei derart extremen Werten aber keinen echten Ausgleich für die Niederschlagsdefizite herbeiführen. Überall im Land wünschen sich die Bauern nun einen ergiebigen Landregen, der gleichmäßig in die trockenen Böden einsickern kann.

Die Getreidepflanzen, sie sind zurzeit neben dem Raps am stärksten von der extremen Wetterlage betroffen, reagieren mit „Notreaktionen“: Sie rollen die Blätter ein, bilden weniger Seitentriebe, reduzieren die Anlage von Ähren und Körnern.

„All das geht zu Lasten des Ertrages“, sagt Löhr. Gleichwohl haben die Landwirte für die Bestellung und Pflege von Getreide, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln oder Mais den üblichen Aufwand betreiben müssen. Hier werden die fehlenden Erträge sich direkt auf die Gewinne auswirken und die Einkommen schmälern.

Allerdings reagieren die Getreidemärkte mit anziehenden Kursen auch schon auf die kritische Witterungssituation. Nicht nur Ackerbauern, sondern auch Grünlandbauern sind von der Trockenheit betroffen: Auf den Wiesen fehlt der Niederschlag, um das Graswachstum nach dem ersten Schnitt wieder anzuregen. Zu dieser Jahreszeit sollten die Wiesen saftig grün leuchten und nicht verdorrt und braun aussehen.

Quelle: Landvolk Niedersachsen