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Stromtrassenbau
SuedLink Leitungsbauer kommen mit Bodenuntersuchungen mitten in der Ernte

Erdkabel

Medienkorridore ärgern Landwirte.

Bild: Landvolk Niedersachsen

Absolute Verärgerung löst unter den Anrainern des Korridors für die geplante Stromautobahn SuedLink ein von der Firma Tennet beauftragtes Schreiben aus.

Kurz vor der Ernte sollen die Landwirte dem Unternehmen einen „Freifahrschein“ für umfangreiche Voruntersuchungen und Vermessungen einräumen: „Im Stil eines Inkassounternehmens werden die Landwirte ohne weitere Hintergrundinformationen zu weitreichenden Einverständniserklärungen aufgefordert“, begründet Landvolkvizepräsident Dr. Holger Hennies die Verärgerung der Landwirte.

Das Schreiben stuft er zu den genannten Bedingungen als „völlig inakzeptabel“ ein. Er fasst für das Landvolk als Interessenvertreter der betroffenen Landwirte und Grundeigentümer zusammen: „So nicht“

In der Konsequenz will das Landvolk den betroffenen Landwirten nach dem derzeitigen Informationsstand öffentlich empfehlen, die gewünschten Zustimmungserklärungen nicht zurückzusenden.

Der Vorhabenträger Tennet hat aktuell eigene Vorstellungen für ein Leitpapier zu Bodenschutzmaß-nahmen zu dem Projekt veröffentlicht. Die Bundesnetzagentur organisierte Anfang des Monats einen Umweltdialog, mit dem Ziel, landwirtschaftliche Böden zu schützen.

Von beidem findet sich in dem aktuellen Brief an die Landwirte nichts wieder. Es wird lediglich auf ein kurzfristiges persönliches Gesprächsangebot oder Telefonat verwiesen.

Der Ärger wäre vermeidbar gewesen. Dafür wären die konkrete Rücksprache mit dem Landvolk und gezielte Informationen an die Betroffenen mit einer längerfristigen Terminplanung vorab notwendig gewesen. Die Dienstleistungsunternehmen hätten in der Planung und Umsetzung die Vorstellungen und Forderungen der Betroffenen in der Landwirtschaft ernst nehmen und den Kontakt mit dem Landvolk und den betroffenen Kreisverbänden suchen können.

Die betroffenen Landwirte erhielten stattdessen pauschale Formulare mit weitreichenden Zustimmungserklärungen ohne konkrete Information. Und die ersten Arbeiten sollen schon jetzt unmittelbar, also direkt vor Beginn der Getreideernte, in Angriff genommen werden.

„Unsere Landwirte haben mit erheblichem Aufwand eine bisher äußerst schwierige Vegetationszeit managen müssen. Sie werden es nicht zulassen, dass nun Erkundungstrupps mit schweren Gerätschaften auf den erntereifen Schlägen agieren“, stellt Hennies klar.

Er macht zugleich deutlich, dass die Landwirtschaft weiter zu den Zielen der Energiewende steht und auch die Notwendigkeit zum Ausbau des Stromnetzes akzeptiert. „Dies sollte aber im gegenseitigen Einvernehmen und bei Wahrung der landläufig guten Sitten geschehen“, weist Hennies die von den Leitungsbauunternehmen initiierte Überrumpelungsaktion in die Schranken.

Quelle: Landvolk Niedersachsen