Ackerbau

Flächenschutz
Münsteraner Landwirte demonstrierten vor dem Rathaus gegen Flächenfraß

Innenverdichtung und Konversionsflächen anstelle von Flächenverbrauch, so ihre Forderung. Die Nachfrage nach Flächen in der wachsenden Stadt ist groß. 100 Hektar Acker gehen pro Jahr in Münster dauerhaft verloren.

Justizvollzugsanstalt, Infrastrukturmaßnahmen, Wohnbebauung und neue Gewerbegebiete: Landwirtschaftsflächen sind vielfach gefragt – ob für diverse Bauprojekte, oder wenn es um Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen geht.

Aus diesem Grunde nutzten die Münsteraner Landwirte jetzt die Gelegenheit, um in Richtung der Politik vor dem Rathaus für den Schutz wertvoller landwirtschaftlicher Flächen zu werben. Der Berufsstand machte mit großen Treckern, Bannern und Plakaten auf sein Anliegen zum Flächenschutz aufmerksam.  

„Es ist gut und wichtig, dass Münster wächst und städteplanerisch auf das anhaltende Bevölkerungswachstum reagiert wird. Dennoch fordern wir Landwirte, wertvolle landwirtschaftliche Flächen zu erhalten. Fläche ist nicht vermehrbar – was weg ist, ist weg und steht für die Produktion regionaler Lebensmittel dauerhaft nicht mehr zur Verfügung“, betonte Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, gegenüber Oberbürgermeister Markus Lewe, der das Gespräch mit dem Berufsstand suchte.

Susanne Schulze Bockeloh nutzte dabei die Gelegenheit, eine „Resolution zum Schutz wertvoller landwirtschaftlicher Flächen“ zu übergeben, die auch ein Angebot sein soll, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. „Landwirtschaft gehört zu Münster wie der Prinzipalmarkt, ohne Landwirtschaft keine regionalen Lebensmittel und keine von Landwirten gepflegte Kulturlandschaft, die das Bild von Münster prägt“, so die Vorsitzende des Landwirtschaftlicehn Kreisverbandes weiter. 

Allein in den vergangenen zehn Jahren haben die Landwirte in Münster jährlich eine Fläche von 100 Hektar verloren. Das entspricht einer Größe von rund 140 Fußballfeldern. Susanne Schulze Bockeloh macht konkrete Vorschläge, um den Flächenverbrauch zu verringern.

„Wir appellieren an die Politik, zum Schutz unserer Flächen strategische Stadtplanung zu betreiben. Innenverdichtung und die primäre Nutzung von Konversionsflächen müssen hierbei oberste Prämisse haben. Erst müssen nachweislich alle Möglichkeiten in der Stadt selbst ausgeschöpft sein, bevor neue Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen werden dürfen.," fordert sie.

"Sofern Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen notwendig werden, gilt es, diese gemeinsam mit Landwirten zu erörtern und beispielsweise durch die Aufwertung bestehender Naturschutzflächen landwirtschaftliche Äcker zu schützen. Hier müssen wir gemeinsam neue Wege gehen. Wenn diese Entwicklungen im Flächenverbrauch ungebremst weiter gehen, haben viele Höfe auf Dauer nicht mehr die Möglichkeit, sich zukunftsfähig und somit existenzfähig aufzustellen,“ so Schulze Bockeloh weiter.

Quelle: WLV