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Kartoffelanbau
Kartoffeln: Lebensmittelhandel setzt auf Billigimporte statt auf Regionalität

Kartoffelernte Maschine

Kartoffelanbauer bleiben auf ihre Ware sitzen, weil der Handel lieber Billigimporte in die Regale stellt.

Bild: Andrea Hornfischer

Regionalität ist für den Lebensmitteleinzelhandel eine Marketing-Plattitüde wenn es in den Kram passt. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass der Handel lieber auf Importe, als auf regionale Kartoffeln setzt?

Gesunde und hochwertige Lebensmittel direkt aus der Region – besser geht es nicht. Das finden auch die Kartoffelerzeuger und blicken argwöhnisch auf ausländische Importware im Lebensmitteleinzelhandel.

Der Kartoffelanbau spielt in NRW eine große Rolle – rund 30.000 Hektar Kartoffelanbau gibt es. Nicht umsonst nennen die Landwirte die Feldfrucht auch das „rheinische Gold“, so der Rheinische Landwirtschaftsverband (RLV).

"Das lasse sich auf den Markt momentan aber leider nicht übertragen. Im Gegenteil. Importierte Ware aus Ägypten oder Israel mache es den rheinischen Landwirten schwer, ihre Produkte zu vernünftigen Preisen zu etablieren," kritisiert der Verband den Lebensmittelhandel.

Aus Sicht des Verbandes nicht verständlich, da der Ruf nach Regionalität immer lauter werde. Den erfüllen die Landwirte gerne, jedoch sehen sie laut ihres Verbandes den Lebensmitteleinzelhandel in der Pflicht, auf heimische Produkte zurückzugreifen und nicht an importierter und unter anderen Standards hergestellter Ware festzuhalten.

Nachhaltiger und umweltschonender als mit Produkten aus der Region ginge es schließlich nicht, so der RLV.

Daher appellieren die Landwirte auch an Verbraucher, beim Einkauf im Supermarkt einen genaueren Blick auf die Herkunft zu werfen. Jedem, dem etwas an Regionalität liege, müsse klar sein, dass Kartoffeln aus dem Rheinland in Sachen Ökobilanz und Qualität besser wegkommen als Produkte, die schon eine Fernreise hinter sich haben.

Wer ganz sicher gehen möchte, dem empfiehlt der RLV den Gang zum nächsten Direktvermarkter. Denn dort könne man nicht nur Kartoffeln bekommen, sondern sich auch direkt einen Eindruck von der Produktion verschaffen.

Quelle: RLV