Ackerbau

„Agrarland“ Niedersachsen
Flächenverbrauch sinkt, ist aber weiter zu hoch

Gruenland

Jeden Tag verbraucht das Land Niedersachsen 9,5 Hektar Land für den Bau von Straßen und Häusern.

Bild: Landvolk Niedersachsen

Niedersachsens Agrarwirtschaft wirbt mit der Bezeichnung „Agrarland“. Ein Blick auf die Flächennutzung untermauert dies. Nur 14 Prozent Niedersachsens sind Siedlungsflächen. Dennoch beträgt der Landfraß 9,5 Hektar am Tag.

Laut Niedersachsens Landesamtes für Statistik werden 60 Prozent des Landes mit einer Fläche von 2.845.935 Hektar zum Stichtag 31.12.2015 landwirtschaftlich genutzt.

Davon sind 1.775.115 ha Ackerland und 954.604 ha Grünland, also Wiesen oder Weiden. Weitere 1.053.235 ha sind bei den Statistikern als Wald ausgewiesen, knapp ein Fünftel als Laubwald, gut ein Viertel als Mischwald, aber etwas mehr als die Hälfte ist aufgrund der geringen Bodengüte im nördlichen Landesteil mit Nadelwald bestockt.

14 Prozent der Landesfläche entfallen auf Siedlungs- und Verkehrsflächen, die weiter mehr Land beanspruchen. Dieser aus landwirtschaftlicher Sicht kritisierte „Flächenverbrauch“ lag im Jahr 2010 noch bei 18,3 ha am Tag und hat sich mittlerweile auf 9,5 ha nahezu halbiert.

Allerdings ist die dauerhafte Umwidmung des knappen Gutes Boden von Agrar- in Siedlungs- oder Verkehrsfläche in Niedersachsen noch weit von der im Koalitionsvertrag genannten Zielgröße von drei ha am Tag entfernt. Bei dem derzeitigen Tempo wird in nur neun Tagen einem durchschnittlichen Bauernhof mit gut 85 ha die Existenzgrundlage entzogen.

Bundesweit hingegen wurden 2014 täglich 69 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke dauerhaft umgewidmet, das entspricht der Größe von etwa 100 Fußballfeldern. Damit ist Bundesregierung noch weit von den Zielen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie entfernt: Bis zum Jahr 2020 soll sich die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf 30 ha pro Tag verringern. 

Quelle: Landvolk Niedersachsen