Ackerbau

Bodenforschung
Der Boden – Fundament einer nachhaltigen, ertragreichen Landwirtschaft

Bodenprobe

Die verschiedenen Boden-Typen haben Stärken und Schwächen bezüglich landwirtschaftlicher Nutzung. Und sie sind auf ein intaktes Innenleben angewiesen – das Mikrobiom.

Bild: Agroscope

Böden sind Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen. Ein fruchtbarer Boden ist die Grundvoraussetzung für einen ertragreichen und nachhaltigen Anbau.

Der Boden ist eine wichtige Lebensgrundlage und eine nur bedingt erneuerbare Ressource. Er erfüllt vielfältige, für das Leben notwendige Funktionen. Für die Landwirtschaft ist die Fruchtbarkeit des Bodens ein entscheidender Faktor. 

Schweizer Forscher untersuchen, welche Faktoren einen fruchtbaren Boden ausmachen und mit welchen Massnahmen die Funktionen des Bodens erhalten oder verbessert werden können. Dazu erforschen sie die Funktionen verschiedener Boden-Typen im Verlaufe der Zeit, bei unterschiedlicher Witterung und unter diversen anderen Bedingungen. 

Die wichtigsten Funktionen eines Bodens sind: Produktionsfunktion für das Pflanzenwachstum, Lebensraumfunktion für die Biodiversität sowie Regulierungsfunktion – etwa die Speicherung von Kohlenstoff, die Filterung von Trinkwasser und der Kreislauf von Nährstoffen.

Grösste Bodenforschungs-Anlage Europas

In Zürich-Reckenholz steht Europas grösste Lysimeter-Anlage mit 72 Bodenzylindern. Beispielsweise lässt sich die Nitratauswaschung messen. Denn bei der Düngung besteht ein Dilemma: Düngt man zu wenig, darben die Pflanzen, düngt man zu viel, belastet ausgeschwemmtes Nitrat das Grundwasser.

Dank der Agroscope, dem Schweizer Forschungs- und Kompetenzzentrum für Landwirtschaft, können Grundlagen erarbeitet werden, so dass Landwirtinnen und Landwirte optimal düngen und dabei Geld sparen sowie gleichzeitig das Grundwasser schonen können.

Neben dieser Hightech-Anlage nutzen die Forschenden auch weitere moderne Geräte. Sie setzen beispielsweise auf Multikopter, um Böden zu erforschen. Mit einer Kamera ausgerüstete Multikopter können unter anderem die Artenzusammensetzung einer Wiese erfassen helfen.

Auf die inneren Werte kommt es an

Die verschiedenen Boden-Typen haben Stärken und Schwächen bezüglich landwirtschaftlicher Nutzung. Und sie sind auf ein intaktes Innenleben angewiesen – das Mikrobiom. Dazu gehören auch Pilze wie die Mykorrhiza, die mit Nutzpflanzen zusammenarbeiten und essentielle Nährstoffe für sie bereitstellen.

Aus dem Boden entweichen auch Gase, die den Klimawandel weiter fördern. Die Umstände, unter denen weniger Klimagase freigesetzt werden, sind ebenfalls im Fokus der Forschung.

Die Nationale Bodenbeobachtung (NABO) hat die Aufgabe, die Böden der Schweiz im Blick zu behalten, um künftigen Generationen einen nachhaltigen, ertragreichen Anbau auf gesunden Böden zu ermöglichen.

 

Quelle: Agroscope